Das Ende des Agentur-Overheads?
Der dritte Beitrag der Reihe: warum wir Kapazität nicht über mehr Festanstellungen aufbauen, sondern über ein Netzwerkmodell, das Automatisierung trägt, und wo laut aktuellen Zahlen der eigentliche Abstand zwischen Unternehmen gerade entsteht.
Eine klassische Agentur wächst über Festanstellungen. Mehr Aufträge heißt mehr Personal, mehr Personal heißt mehr Fixkosten, auch in den Monaten, in denen weniger zu tun ist. Wir wollen zeigen, warum das nicht die einzige Antwort auf Wachstum ist.
Was Agentur-Overhead eigentlich kostet
Der Begriff klingt abstrakt, ist aber konkret: Festangestellte, die spezialisiert genug sein müssen, um jedes Projekt abzudecken, aber breit genug, um in ruhigeren Phasen nicht auf der Bank zu sitzen. Weiterbildung, die neben dem Tagesgeschäft passieren muss. Und eine Struktur, die genauso viel kostet, wenn drei Projekte laufen wie wenn es acht sind. Für ein Kommunikationsgeschäft, in dem Aufträge naturgemäß schwanken, ist das eine teure Wette.
Wie unser Netzwerkmodell das umgeht
Wir stellen für jedes Projekt gezielt aus einem kuratierten Netzwerk erfahrener Expertinnen und Experten zusammen: Strategie, Produktion, Marketing, inzwischen auch KI-Spezialisten. Das ist für sich genommen nicht neu; Netzwerkmodelle gibt es, seit es Agenturen gibt. Neu ist, was Automatisierung daran ändert: Ein verteiltes Team erzeugt normalerweise mehr Koordinationsaufwand als ein festes: mehr Abstimmungsrunden, mehr Übergaben, mehr Reibung. Genau diesen Mehraufwand nehmen wir den Prozessen ab, die dafür gemacht sind: Freigaben, die automatisch zusammengeführt werden. Rückmeldungen, die gegen den letzten Stand abgeglichen werden, bevor ein Mensch sie sieht. Wo ein klassisches Netzwerkmodell an der eigenen Koordination hakt, trägt bei uns die Automatisierung genau diesen Teil.
Ein Netzwerkmodell ohne Automatisierung tauscht Festkosten gegen Koordinationsaufwand. Wir wollen keins von beidem in Kauf nehmen müssen.
Wo der eigentliche Abstand entsteht
Aktuelle Zahlen von Bitkom zeigen, wie schnell sich das Bild gerade dreht: 57 Prozent der deutschen Unternehmen setzen inzwischen KI ein. 2025 waren es 36 Prozent, 2024 erst 20 Prozent. Der eigentliche Unterschied entsteht damit nicht mehr bei der Frage, ob ein Unternehmen KI einsetzt, sondern wie konsequent. Unter den Nutzern schöpft laut derselben Erhebung kein einziges Unternehmen das Potenzial vollständig aus, 59 Prozent nutzen die Möglichkeiten so gut wie gar nicht. Gleichzeitig berichten 66 Prozent der Nutzer von einer verbesserten Wettbewerbsposition und 48 Prozent von spürbar beschleunigten internen Prozessen.
Genau in dieser Lücke zwischen Einsatz und Ausschöpfung sehen wir unsere Rolle: nicht KI als zusätzliches Werkzeug neben dem bestehenden Geschäft, sondern fest eingebaut in die Prozesse, die ohnehin laufen: Freigaben, Abstimmungen, Reporting. Weniger Koordinationsaufwand pro Kopf bedeutet außerdem, dass die Expertise, die wir im Netzwerk haben, weiter reicht, ohne dass wir sie stärker binden müssen, als es das einzelne Projekt braucht.
Was das nicht bedeutet
Das ist kein Argument für billiger. Automatisierung nimmt uns Koordinationsaufwand ab, nicht Qualitätskontrolle oder Erfahrung. Die bleiben bei den Menschen im Netzwerk, genau wie das kreative Urteil, das wir im letzten Beitrag beschrieben haben. Wer glaubt, ein schlankeres Modell heißt automatisch billiger oder generischer, verwechselt Struktur mit Anspruch.
Was als Nächstes kommt
Der nächste Beitrag zeigt, was aus der Fortbildung inzwischen bei uns im Alltag läuft: Routine raus. Ideen rein.
Passt euer Projekt in ein schlankeres Modell?
Wenn ihr gerade abwägt, ob ihr eine Stelle besetzt oder das Problem anders lösen könnt, reden wir drüber, unverbindlich und konkret.
Sprechen wir drüber